„Ich finde es spannend, Technik und Medizin zu verbinden"

„Technik und Medizin zu verbinden, finde ich wirklich spannend“

Projekt B5, Individualized Deep Brain Stimulation 

Mevlüt Yalaz, Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Elektrotechnik und Informationstechnik 

 

Woran arbeitest du im SFB?  

In meinem Projekt geht es um eine Anwendungsmöglichkeit für die Sensoren aus dem SFB, nämlich die individualisierte tiefe Hirnstimulation. Sie ist eine Operationsmethode, zum Beispiel für Parkinson-Patienten. Hierbei werden Elektroden tief im Gehirn implantiert und anhand eines Impulsgebers mit individuellen Stimulationsparametern angeregt, ähnlich wie ein Herzschrittmacher. Ich erforsche, ob die Elektroden wirklich das Areal im Gehirn anregen, das für das Zittern von Parkinsonerkrankten zuständig ist, oder andere Gehirnareale, die Nebenwirkungen wie Sprachstörungen auslösen. 

Wie machst du das genau?

Die Elektroden werden mit kleinen Stromimpulsen stimuliert, die wiederum ein Magnetfeld erzeugen. Das ist es, was uns im Rahmen des SFB interessiert. Die Magnetfelder messe ich nämlich mit den ME-Sensoren aus dem SFB. Damit will ich zunächst die Elektrode im Gehirn lokalisieren und anschließend das stimulierte Volumen im Gehirn modellieren, das tatsächlich durch die Elektroden angeregt wird. Ich ende dann mit einer Empfehlung an die Neurologen, welche Parameter für die optimale Stimulation eingestellt werden müsste. Dafür müssen unsere Magnetfeldsensoren bestimmte Anforderungen erfüllen – gute Sensitivität, definierte Bandbreite –, die ich mit Kollegen aus dem SFB bespreche, die die Sensoren entwickeln. 

Was macht dir am meisten Spaß dabei?

Ich kann flexibel in die Richtung forschen, in die ich möchte. Meine Aufgabe ist es, die Elektroden im Gehirn zu lokalisieren. Aber wie ich das mache oder welches Modell ich für das Stimulationsvolumen verwende, bestimme ich selbst.  Und es bringt mir Spaß, mit Studierenden zu arbeiten und Abschlussarbeiten zu betreuen. 

Was ist aus deiner Sicht die größte Herausforderung in deinem Projekt? 

Der Aufbau der ME-Sensoren erlaubt es uns nicht, das Magnetfeld der tiefen Hirnstimulation im Patientenzimmer zu messen. Wir müssen für die Messung immer in eine magnetische Abschirmkammer in die Technische Fakultät. Sie schirmt andere magnetische Signale wie des Erdmagnetfelds ab, damit sie unsere Messungen nicht stören. Außerdem ist die Robustheit der Sensoren ein Problem. Wir wollen an einem einzigen Messpunkt die gesamte magnetische Information erhalten. Dafür muss man den Magnetfeldsensor beim Messen in allen drei Raumrichtungen drehen, aber dabei kann er leicht kaputtgehen. Deshalb kann man aktuell mit den Sensoren eigentlich nur eine einzelne Magnetkomponente messen. Insgesamt messe ich bei etwa 150 Messpunkten – das dauert momentan noch 1,5 Stunden! Viel zu lang für eine Messung am Patienten. Das müssen wir durch gleichzeitige Messungen an verschiedenen Orten reduzieren. 

Was erzählst du auf Familienfeiern, was du machst?

Ich arbeite als Wissenschaftler an der Uni eng mit Medizinern zusammen, um eine Operationsmethode, nämlich die tiefe Hirnstimulation, für Parkinson-Patienten zu optimieren. Viele wissen nicht, was die tiefe Hirnstimulation ist, das erkläre ich dann. Sie kennen zwar den Herzschrittmacher, aber keinen Hirnschrittmacher – und das ist es letztendlich. Die meisten finden das Thema wirklich sehr interessant und stellen viele Fragen.  

Wann gehst du abends nach Hause und denkst „Das war ein guter Tag“?

Durch Methoden wie zum Beispiel Bilder aus dem MRT kennt, man die exakte Position der integrierten Elektrode im Kopf. Damit vergleiche ich meine Messergebnisse. Wenn ich mal ein Lokalisierungsergebnis von unter einem Millimeter Differenz schaffe, bin ich richtig glücklich. 

Warum war dein Studiengang „Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Elektrotechnik und Informationstechnik“ genau der richtige für dich? 

Ich dachte, dass ich durch meinen Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen gut zweigleisig fahren kann, also sowohl den wirtschaftlichen als auch den ingenieurwissenschaftlichen Bereich abdecke. Ich forsche  im Bereich Ingenieurwissenschaften und habe ich mich im wirtschaftlichen Bereich Entrepreneurship spezialisiert, also Unternehmensgründung. Vielleicht wird es damit ja was nach meiner Promotion …

Projektleitung: Prof. Dr. Dr. h.c. Günther Deuschl und Prof. Dr.-Ing. Michael Höft

Mehr zum Projekt B5 (Link zu: http://www.sfb1261.de/index.php/en/research-en/projects-en/project-b5-en)

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