„Wir wollen medizinische Diagnosen verbessern“

„Wir wollen medizinische Diagnosen verbessern“

Projekt B6: Multimodale Kartierung von Nervpathologien mittels magnetoelektrischer Sensoren

 

Eric Elzenheimer, Elektro- und Informationstechnik 

Franziska Weitkamp, Studentin der Medizin

 

Was ist eure Rolle im SFB? 

Eric: Es geht darum, mit Hilfe von magnetoelektrischen Sensoren Nervensignale im menschlichen Körper zu messen und so die Diagnosemöglichkeiten bei peripheren Nervenerkrankungen zu verbessern. Wir wollen Messungen validierbarer und vergleichbarer machen, damit Patienten zum Beispiel keine teuren und unnötigen Medikamente einnehmen müssen. Dazu bringen wir die Perspektive der Signalverarbeitung ein und evaluieren unsere Methoden immer gemeinsam mit Neurologen.  

Was sind die größten Herausforderungen dabei?

Eric: Die magnetischen Signale des menschlichen Nervensystems sind neun Größenordnungen kleiner als unser Erdmagnetfeld. Die bisher in der Forschung verwendeten, magnetoelektrischen Sensoren sind von ihrer Sensitivität zurzeit nicht ausreichend, um die Magnetsignale peripherer Nerven erfassen und diese Signale schließlich anwendungsbezogen aufbereiten zu können. Deshalb fokussieren wir uns zurzeit auf die Erfassung elektrischer Signale, so wie bei der sogenannten Elektroneurografie in der Neurologie verfahren wird. Hier ist aus Sicht der Signalverarbeitung noch viel mehr möglich. Bei der technischen Weiterentwicklung bekommen wir zudem eine externe medizinische Expertise durch Herrn Prof. Dr. Wilhelm Schulte-Mattler von der Uniklinik Regensburg, der über eine jahrzehntelange Erfahrung in der Neurophysiologie verfügt.

Was ist das Besondere an eurem Projekt? 

Franziska: Es lebt von dem permanenten interdisziplinären Austausch zwischen Medizin und Technik und davon, gegenseitig voneinander zu lernen. 

 

Eric: Es geht darum, die verschiedenen neurologischen Signale zu verstehen, um diese ordnungsgemäß aufbereiten und analysieren zu können. Hierzu ist ein ständiger interdisziplinärer Austausch von entscheidender Bedeutung. 

Was erzählt ihr bei einer Familienfeier, was ihr beruflich macht?

Franziska: Ich erzähle, dass wir eine Methode entwickeln, um die Diagnose von Erkrankungen der peripheren Nerven, also in Armen und Beinen, zu verbessern.  

Eric: Ich sage, ich versuche, Methoden aus der digitalen Signalverarbeitung und Systemtheorie gezielt einzusetzen, damit Mediziner ihre Diagnosemöglichkeiten in Zukunft verbessern können. 

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von euch aus? 

Franziska: Ich recherchiere zum aktuellen Stand der Forschung, probiere neue Ideen aus oder führe Messungen mit Patienten im UKSH, dasUniversitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel, durch. Anschließend schaue ich mir die Unterschiede zur gesunden Kontrollgruppe an. 

Eric: Einen typischen Arbeitstag gibt es nicht, da man ständig neue Erkenntnisse gewinnt und sich immer neuen Herausforderungen stellen muss. Ich möchte neue Lösungsansätze finden, sie technisch umsetzen und schließlich evaluieren. Zudem ist man auch ständig im Austausch mit anderen Kollegen, natürlich ebenfalls fächerübergreifend. 

Was findet Ihr besonders spannend an eurem Projekt?

Franziska: Als Medizinerin benutze ich Geräte normalerweise nur, und frage selten, ob und wie man sie noch verbessern könnte. Dafür mit Technikern zu kooperieren, ist für mich hochinteressant.

Eric: Für mich ist spannend, hinter die Kulissen von Kliniken zu schauen und auch als Ingenieur direkten Kontakt zu Patienten zu haben. Die Patienten sind im Allgemeinen sehr interessiert an der Forschung und nehmen gerne an Messungen teil, um zukünftig anderen Patienten zu helfen.

Wann geht ihr abends nach Hause und denkt, das war ein guter Tag heute?

Franziska: Wenn Patienten sagen, es sei schön, dass man an diesem Thema forscht.

Warum waren eure Studiengänge die richtigen für euch? 

Franziska: Medizin ist wahnsinnig interessant. Man hat viel Kontakt mit Menschen und darf keine Berührungsängste haben. Aber man wird auch nicht als Mediziner geboren, sondern wächst Schritt für Schritt in diesen Beruf hinein. 

Eric: Durch ein Schulpraktikum in einem großen Technologiekonzern bekam ich einen Überblick über Elektro- und Informationstechnik, der mich dann zu einem Studium bewegte. Man braucht vor allem starkes Interesse an der Elektrotechnik, sonst hält man die schwierigen Zeiten im Studium, die einfach dazugehören, nicht durch.    

 

Projektleitung: PD Dr. Helmut Laufs, Prof. Dr.-Ing. Gerhard Schmidt

Mehr zum Projekt B6 (Link zu: http://www.sfb1261.de/index.php/en/research-en/projects-en/project-b6-en)

 

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