Outreach News

Die diesjährige Nacht der Wissenschaft in Kiel war anders als die Jahre zuvor. Statt interaktiven Ständen in der Innenstadt gab es digitale Veranstaltungen, über die WissenschaftlerInnen ihre Forschung präsentieren konnten. Da hat auch der SFB mitgemacht: In dem 20-minütigem Video „Am Herzschlag der Forschung“ stellt die Doktorandin Cara Broß anschaulich die Hintergründe der Forschung des SFBs vor: Welche Ziele verfolgt der SFB? Was sind Gründe, die für die Bedeutsamkeit der Forschung des SFBs sprechen? Und vor welchen Herausforderungen steht der SFB? 

Das Video steht in der Mediathek der Nacht der Wissenschaft zur Verfügung.

Es gibt einen Schülerversuch für die Messung von Herzsignalen und ihrer Interpretation mithilfe des Echtzeitsignalverarbeitungsprogramms KiRAT! Hierfür wurde in enger Kooperation mit Alexander Teplyuk, Christin Bald und Gerhard Schmidt ein Prototyp eines Herzsimulators entwickelt, der das menschliche Herz in einem Oberkörper nachbildet. Das Herz, bestehend aus einer elektrischen Spule, kann auf Knopfdruck unterschiedliche magnetische Signale aussenden, die mithilfe eines Magnetfeldsensors gemessen und mit einer Schülerversion des Programms KiRAT in Echtzeit von Störungen befreit und ausgewertet werden können. Ist die Messung und Auswertung gelungen, können die SchülerInnen anschließend eine Diagnose treffen: Leidet der Patient aus Kunststoff und Metall unter Vorhofflimmern, einer Tachykardie oder einem AV-Block dritten Grades? Oder ist der Patient gesund? 

Das Programm KiRAT (Kiel Real-Time Application Toolkit), das unter anderem für die Echtzeitverarbeitung und -darstellung von biomagnetischen Herzsignalen verwendet wird, soll nun auch von Schulklassen benutzt werden können. Hierfür sorgt ein Team aus Signalverarbeitung, Hochfrequenztechnik und Didaktik: Gemeinsam hat es eine Schülerversion des Programmes entwickelt, mit dem Schülerinnen und Schüler Herzsignale bearbeiten und filtern können. 

Die Fachausschüsse „Biosignale“ und „Magnetische Methoden in der Medizin“ der VDE fanden sich Anfang dieses Jahres bei einer Konferenz in Kiel zusammen. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung durch Mitglieder des SFBs, die eine Teilnahme der Doktorandin des SFB-Outreachprojektes ermöglichten. Inspiriert durch die Veranstaltung wird nun ein Konzept erarbeitet, das Schulklassen in Zukunft ermöglichen soll, gewinnbringend an wissenschaftlichen Konferenzen teilzunehmen.

Die Entwicklung und Durchführung eines Projekttages an der Kieler Forschungswerkstatt (KiFo), bei dem Oberstufenklassen einen Einblick in die Forschung des SFBs erhalten, das war das Ziel der Masterarbeit der Studentin Cara Broß. Im Zuge der Arbeit durchliefen drei Schulklassen einen Projekttag, bei dem sie den Weg eines magnetoelektrischen Sensors ausgehend von einem konkreten Anwendungsbezug bis hin zum Bau eines eigenen Prototyps verfolgten. Eine Evaluation des Projekttages zeigte, dass den Schülerinnen und Schülern insbesondere die Verknüpfung von aktueller Forschung, dem Anwendungsfeld der Herzsensorik und fachlichen Grundlagen verschiedener Naturwissenschaften gefiel. Eine Untersuchung des Interesses der teilnehmenden Jugendlichen bezüglich der Forschenden des SFBs ließ erkennen, dass die Schülerinnen und Schüler gerne mehr über die explizit forschenden Tätigkeiten im SFB erfahren würden und zudem reges Interesse an Aspekten der Berufsorientierung herrscht. Diese Erkenntnisse können bei einer Weiterentwicklung des Projekttages gewinnbringend eingesetzt werden und auch für die Gestaltung anderer Programme wegweisend sein. 

Im Zum vierten Mal hatte die Kiel Region am 27. September zur Nacht der Wissenschaft eingeladen und rund 13.000 Besucherinnen und Besucher kamen nach Rendsburg, Eckernförde, Plön, Preetz und Kiel. Dort boten über 40 Forschungseinrichtungen Mitmach-Experimente und Vorträge an, darunter auch viele KiNSIS-Mitglieder. Die Veranstaltung ist Teil der "European Researcher Night", die zeitgleich in mehr als 25 Ländern stattfand und von der EU-Kommission unterstützt wird. "Ich finde es hochspannend, was gerade in der Wissenschaft in der "Pipeline" ist", erklärte die 75-jährige Ingrid, die zum ersten Mal die Nacht der Wissenschaft besuchte und aus Kronshagen nach Kiel gekommen war. Am Stand des SFB 1261 machte sie mit einer VR-Brille einen 360-Grad-Rundgang durch das Nanolabor der CAU, in dem neuartige Magnetfeldsensoren für die medizinische Diagnostik entwickelt werden. "Das ist ja eine tolle Möglichkeit, um auch Jugendliche und Kinder für das Thema zu interessieren", so ihr Fazit zu dem virtuellen Format.

 

Unter dem Fokus der Berufsorientierung stand kürzlich ein besonderer Klassenausflug an die Technische Fakultät Kiel. Das zweite Jahr in Folge lud der Professor für digitale Signalverarbeitung und Systemtheorie (DSS) Gerhard Schmidt eine Schulklasse der Oberstufe ein. Ziel war es, Einblicke in die Forschungsfelder der Doktorandinnen und Doktoranden der Arbeitsgruppe zu geben und sich in diesem Kontext mit der eigenen Berufswahl auseinanderzusetzen. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Besuch der DSS-Arbeitsgruppe an der Isarnwohld-Schule Gettorf. Dort spannten ein Vortrag und anschließende Erlebnisberichte zur persönlichen Berufsfindung den Rahmen für einen Gegenbesuch am folgenden Tag. An der Technischen Fakultät lernten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen ausgewählte Forschungsbereiche der Arbeitsgruppe kennen, darunter auch die Magnetokardiographie als Teil des SFB-Forschungsprogramms. Die Veranstaltung stieß auf äußerst positive Resonanz seitens der Klasse und der Lehrkräfte. Mit an Bord war auch das Outreach-Team des SFB. Gemeinsam wird nun überlegt, wie man das Format weiterentwickeln kann.

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IPN

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