Outreach News

Im Sommersemester 2017 schloss mit Jens Reermann der erste Promovend seine Doktorarbeit im SFB 1261 ab. Der 29-Jährige forschte über digitale Signalverarbeitung von hochempfindlichen, magnetoelektrischen Sensoren, um ihre Anwendbarkeit zu verbessern. Sein Doktorvater war Gerhard Schmidt, Professor für Digitale Signalverarbeitung und Systemtheorie an der CAU.

Mittlerweile sind die Sensoren so sensibel, dass sie den menschlichen Herzschlag über sein Magnetfeld messen können. Doch in realen Messumgebungen außerhalb des Labors, wie einer Klinik, existieren eine ganze Reihe von Störquellen, die das Messen und Auslesen von Signalen beeinträchtigen. Dazu gehören zum Beispiel Vibrationen durch Bewegungen, Gespräche oder das Magnetfeld der Erde. Hier setzt Reermanns Doktorarbeit „Signalverarbeitung für magnetoelektrische Sensorsysteme “ an. Um die Qualität der gemessenen Signale zu verbessern, forschte er daran, wie Störungen vermieden oder kompensiert werden können, zum Beispiel durch nachträgliches Herausrechnen der unerwünschten Werte. Aber auch ohne äußere Störungen würden die Sensoren selbst zurzeit noch zu sehr rauschen und damit die Messergebnisse verfälschen. „Deshalb habe ich die Herzströme parallel auch elektrisch gemessen und gleiche Abschnitte so lange überlagert, bis das Rauschen verschwindet“, erklärt Reermann.

Nach seinem Dualem Studium der Informations- und Elektrotechnik in Hamburg und einem Master in „Mikroelektronische Systeme“ zog es den gebürtigen Sauerländer nach Kiel. Es reizte Reermann, im Rahmen einer Doktorarbeit in die Tiefe zu forschen und das bisher Gelernte ganz neu anzuwenden. Als Absolvent einer Fachhochschule hatte Reermann an der CAU kein Problem, zu promovieren. Bei seiner Arbeit im SFB sei ihm seine praxisnahe Ausbildung sogar zugutegekommen. „Das Thema Magnetfeldsensoren fand ich spannend, und die Interdisziplinarität im SFB. Bei der Breite an Themen und der engen Zusammenarbeit lernt man hier jeden Tag etwas Neues.“ Die Integrated Research Training Group (IRTG) fördert innerhalb der Doktorandenausbildung sowohl diese Interdisziplinarität als auch die wissenschaftliche Eigenständigkeit. Qualifizierungsworkshops zu Arbeitstechniken und soft skills gehören ebenfalls zum Programm für Promovierende. „Man hat hier viele Professoren als Ansprechpartner. Das hat mir sehr geholfen, genauso wie die gemeinsamen Meetings mit den anderen Mitgliedern“, zieht Reermann Bilanz. „Es gibt zum Beispiel Students-Only-Meetings, in denen man sehr gut auf Augenhöhe diskutieren kann.“

Nach der Promotion geht es für Reermann jetzt in der Wirtschaft weiter. Im Bereich Sicherheitstechnik wird er in der Produktentwicklung arbeiten und sich unter anderem mit Schutzmasken beschäftigen: „Ich finde es spannend, Produkte herzustellen und dabei eng mit Nutzern und ihrem Feedback zu tun zu haben. Das hat für mich auch mit einer großen Verantwortung zu tun.“ Dass er einmal in die Wissenschaft zurückkehrt, schließt Reermann nicht aus. „Es hat wirklich Spaß gemacht, mit Jens Reermann zusammen zu arbeiten – ein sehr schlauer, sehr netter und sehr patenter junger Mann. Wir werden ihn im SFB vermissen“, so Doktorvater Schmidt.

Julia Siekmann, Pressestelle, CAU

Zum ersten Mal präsentierte sich in diesem Jahr die Universität  Kiel  dem nationalen und internationalen Publikum der Hannover Messe. Vom 24. bis 28. April stellten sich ihre vier Forschungsschwerpunkte vor und warben damit auch für den Forschungs- und Technologiestandort Schleswig-Holstein. Der Forschungsschwerpunkt KiNSIS zeigte aktuelle Themen der Grundlagen- und anwendungsorientierten Kieler Nanoforschung und stieß damit auf sehr großes Interesse bei Messepublikum und Ausstellern aus Industrie, Wissenschaft und Politik. Unter diesem Dach präsentierte sich auch der SFB 1261 mit seiner Forschung zu hochempfindlichen Magnetfeldsensoren.

Das Konzept ging auf: Fünf interaktive Exponate aus verschiedenen Bereichen der Nanowissenschaft, eine intensive Betreuung vor Ort durch Promovierende aus den jeweiligen SFBs und Arbeitsgruppen, ergänzt durch Fachvorträge zu anwendungsnahen Themen. Der KiNSIS-Stand war kontinuierlich sehr gut besucht und lenkte die Aufmerksamkeit der Messebesucher auf sich, darunter der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und Wissenschaftsstaatssekretär Rolf Fischer. Mit viel Begeisterung und Einsatz vermittelten die Promovierenden die Vielfalt und Interdisziplinarität der Kieler Nanoforschung und führten zahleiche Gespräche u.a. mit namhaften Unternehmen aus dem In- und Ausland, aber auch vielen Schülerinnen und Schülern sowie Studieninteressierten. 

Der SFB 1261 zeigte auf der Hannover Messe, wie in Zukunft extrem kleine biomagnetische Felder zum Beispiel des Gehirns oder des Herzens gemessen werden können. Mit dem eigens für die Messe hergestellten Demonstrator konnten Messebesucherinnen und -besucher die Auswirkungen extrem kleiner Magnetfelder auf einen biomagnetischen Sensor selbst untersuchen. Die Zusammenhänge dahinter erläuterten im Wechsel Phillip Durdaut, Patrick Hayes, Christine Kirchhof, Anne Kittmann, Rahel Kruppe und Lars Thormählen vom SFB. „Unsere Magnetfeldsensoren stießen auf großes Interesse, gerade bei Firmen aus der Medizintechnik und Studieninteressierten. Durch den Messestand konnten wir in kurzer Zeit sehr vielen Leuten unsere Arbeit hier in Kiel zeigen“, zog Thormählen am Ende der Woche Bilanz. Dr. Lorenz Kampschulte (Kiel Science Outreach Campus und Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften) begleitete den Bau der Exponate und entwarf für die speziellen Anforderungen vor Ort einen Tisch, an dem alle Exponate den Besuchern dialogorientiert präsentiert werden konnten. „Insgesamt war das viel Arbeit, aber wir haben es mit vereinten Kräften geschafft, in weniger als vier Monaten einen beeindruckenden Messeauftritt für KiNSIS hinzulegen“, so Kampschulte. Tisch und Exponate könnten auch in Zukunft für weitere Outreach-Veranstaltungen wie die Kieler Woche oder die Nacht der Wissenschaften zur Verfügung stehen. 

 

Übersicht aller KiNSIS-Exponate

Bilderstrecke auf Flickr

 

Am 24. Januar 2017 besuchte uns Jens Wellhöner, NDR 1 Welle Nord, um einen kurzen Radiobeitrag über unseren SFB zu erstellen. Bridget Murphy, Eckhard Quandt, Gerhard Schmidt, Günther Deuschl, Alexander Teplyuk und Mevlut Yalaz taten ihr Bestes um Herrn Wellhöner möglichst gut über die Themen unseres gemeinsamen Forschungsvorhabens zu informieren. Nun gibt es auch einen Radiobeitrag zu unserem SFB, der vor kurzem in der Sendung "Von Binnenland und Waterkant" gesendet wurde.

Auch wenn Jens Wellhöner mittlerweile in Kassel beim HR arbeitet, so ist er doch immer noch ein wenig mit Kiel verbunden: er hat einen Teil seines Studiums in Kiel absolviert und ab und an ist er auch bei der Welle Nord in Kiel. Wir hoffen natürlich, dass wir ihn noch öfter hier bei uns begrüßen dürfen und mit neuen Erfolgen aus dem SFB "versorgen" können.

 

Am 22. November 2016 fuhren die Mitglieder der IRTG des SFB 1261 zu einem Besuch am DESY (Deutsches Elektronen Synchrotron) in Hamburg.
Nach einem kurzen Vortrag zur Geschichte des DESY, sowie einer allgemeinen Einführung in das Thema Synchrotron, ging es auf einen gut zweistündigen Rundgang über das DESY-Gelände.

Erster Halt war das Gebäude der Speicherring-Röntgenstrahlungsquelle Petra III. Hier werden unter Anderem sehr kleine Proben untersucht, sowie Experimente mit stark gebündeltem, besonders kurzwelligen Röntgenlicht durchgeführt.

 

Später war es dann möglich die eigentliche Technik hinter einem Speicherring anzusehen und sich ein Bild von den Dimensionen dieser Anlagen zu machen. Ein Teil des Tunnels der 2007 stillgelegten Anlage HERA (Hadron-Elektron-Ring-Anlage) wurde erwandert. Dieser ist mit einem Umfang von 6336 m der größte Ringbeschleuniger den das DESY bisher errichtet hat. Die Funktion und Aufgaben der einzelnen Komponenten des Beschleunigers wurde anschaulich erläutert. Diverse weitere Exponate wie z. B. Vertexdetektoren zur Teilchenanalyse, Funkenkammern als Teilchendetektoren und die Driftkammer des Experimentes ARGUS (ursprünglich  A Russian-German-United States-Swedish Collaboration) einem Experiment zur Erforschung der schweren Quarks, speziell des Charm- und Bottomquarks konnten sozusagen im Vorübergehen angeschaut werden. Wir danken dem DESY für die Einladung und die kurzweilige Führung.

Für die "Europäische Nacht der Wissenschaft" öffnete natürlich auch der SFB 1261 seine Labortüren und zahlreiche SFB-Mitglieder zeigten die Labore und luden die Kieler Bürger auch zu "Mitmachexperimenten" ein. So wurde z.B. der Reinraum samt der einzelnen Stationen, in welchen die magnetoelektrischen Sensoren hergestellt werden, gezeigt und in der magnetisch geschirmten Kammer wurden exemplarisch Herz- und Hirnmessungen an unseren Phantomen gezeigt.

Nacht der Wissenschaft

 

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Prof. Dr. Eckhard Quandt

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